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3.630.067 haben Anrecht auf Wohnberechtigungsschein

… erzielten 2013 in Baden-Württemberg Einkünfte bis einschließlich 47.600 Euro. Das entspricht 71,73 Prozent, denn insgesamt waren vor vier Jahren im Südwesten 5.090.253 Menschen steuerpflichtig.

Mit dem Jahreseinkommen bis zu 47.600 Euro sind Alleinverdiener seit 2017 berechtigt, einen Wohnberechtigungsschein für eine Wohnung im geförderten Sozialwohnungsbau zu beantragen. Was bedeutet, dass nach den aktuell vorliegenden Zahlen ein Drittel der Bevölkerung in Baden-Württemberg Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat. Ergo: Die Mitte unserer Gesellschaft kann sich nicht mehr adäquat am Wohnungsmarkt versorgen, da allein in diesem Jahr 2.998 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen.

Wohnraum als teuerstes Konsumgut

Besonders betroffen sind Singlehaushalte, Alleinerziehende und junge Familien, deren Hauptverdiener in Berufsgruppen arbeiten, die das Rückgrat der (urbanen) Gesellschaft bilden: Erzieher, Pflegekräfte, Müllwerker, Feuerwehrleute, Polizisten, Handwerker sowie Angestellte im Einzelhandel, um nur einige zu nennen. Für Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe mussten die Menschen im Südwesten vor einem Jahr 31,7 Prozent ihres Einkommens ausgeben; mit deutlichem Abstand folgten die Ausgaben für Mobilität, nämlich 13,5 Prozent (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg). Wohnraum ist demnach das teuerste Konsumgut der Haushalte.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Einwohnerzahl Baden-Württembergs am 30. Juni 2016 bei 10.925.081 Personen – das ist der höchste Stand seit Bestehen des Bundeslandes. Damit ist die Bevölkerung innerhalb von fünf Jahren um 432.000 Menschen oder 4,1 Prozent angestiegen. Das Gros entfiel auf neue ausländische Mitbürger (+ 422.000), die Zahl der Deutschen nahm in diesem Zeitraum um knapp 100.000 zu. Alle 44 Stadtund Landkreise Baden-Württembergs konnten zwischen 2011 und 2016 ihre Einwohnerzahl steigern. Hinzu kommt, dass landesweit die Beschäftigung von 2011 auf 2015 mit 8,9 Prozent sogar stärker als die Bevölkerung und die Anzahl der Haushalte zugenommen hat. Das bedeutet, dass flächendeckend im Südwesten ein hoher Bedarf insbesondere an sozialem Wohnraum besteht. Der Bedarfskorridor dafür liegt laut der seit 16. Oktober 2017 vorliegenden Prognos-Studie jährlich zwischen 1.500 und 6.000 zusätzlichen sozial geförderten Wohnungen.