Magazin für zeitgemäßes Wohnen

88.000 fehlende Wohnungen

Die hiesigen Wohnungsmärkte befinden sich in einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. In den Jahren zwischen 2011 und 2015 stieg die Nachfrage nach Wohnungen um 4,6 Prozent (215.000 Wohnhaushalte), während das Angebot nur um 2,5 Prozent (128.000 Wohnungen) anwuchs. Damit entstand eine „aufgelaufene Baulücke“ von 88.000 fehlenden Wohnungen.

So lautet das Ergebnis der von der L-Bank in Auftrag gegebenen Prognos-Studie zum Wohnungsbedarf in Baden-Württemberg, die jetzt im Oktober vorgestellt wurde. Bis zum Jahr 2020 besteht danach pro Jahr ein Bedarf an Wohnungsneubauten von 54.000 Wohnungen. Gleichzeitig muss das in den vergangenen Jahren aufgelaufene Wohnungsdefizit nach und nach reduziert werden. Der jährliche Bedarf beläuft sich deshalb auf insgesamt 65.000 Wohnungen. 2021 bis 2025 müssen der Studie zufolge dann jährlich 43.000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL ist die Studie eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit der Wohnraum-Allianz im Land. In ihr sind rund 50 Vertreterinnern und Vertreter der Wohnungswirtschaft, der kommunalen Spitzenverbände, der im Landtag vertretenen Fraktionen sowie von Banken und des Natur- und Umweltschutzes vertreten.

Schlüssel für eine ausreichende Wohnraumversorgung ist die dringend notwendige Gewinnung von Bauflächen

Dank der konkreten Zahlen könne die Situation auf dem Wohnungsmarkt im Land noch besser eingeschätzt und das weitere Handeln noch zielgerichteter ausgerichtet werden, sagte die Ministerin. Neben dem bestehenden Bedarf und den Ursachen zeigt die Studie auch mögliche Handlungsfelder auf. „Schlüssel für eine ausreichende Wohnraumversorgung ist die dringend notwendige Gewinnung von Bauflächen. Die Wohnraum- Allianz wird sich hiermit eingehend befassen müssen. Wenn wir den bestehenden Engpass an Bauland nicht lösen, werden jegliche andere Bemühungen in ihrer Wirkung begrenzt sein“, so Hoffmeister-Kraut.

Die L-Bank - der Wohnraumfinanzierer des Landes

Die Wohnraumförderung gehört zu den Kernaufgaben der L-Bank, der Förderbank Baden-Württembergs. Schon die in den 1920er- und 30er-Jahren gegründeten Vorgängerinstitute hatten das Ziel, bezahlbaren Wohnraum vor allem für Familien zu schaffen – eine noch immer aktuelle Aufgabe.

Besonders in Ballungsräumen übersteigt die Nachfrage nach preisgünstigen Mietwohnungen das Angebot. Daneben sind die eigenen vier Wände für viele Menschen ein wichtiger Teil ihres Lebensentwurfs. Als Staatsbank für Baden- Württemberg ist die L-Bank heute daher der Wohnraumfinanzierer des Landes. So wurden 2016 für Neubau, Erwerb und Modernisierung von Wohnraum zwei Milliarden Euro an Krediten und Zuschüssen für 33.000 Wohneinheiten ausgereicht – für die Förderung von Wohneigentum, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie für allgemeinen und sozialen Mietwohnraum.

Das Jahr 2017 ist mit dem Start des neuen Programms „Wohnungsbau BW 2017“ geprägt von zahlreichen Optimierungen in der Wohnraumförderung in Baden-Württemberg. Es schafft die Voraussetzungen, dass mehr Menschen von bezahlbarem Wohnraum profitieren können.