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250 Neubauwohnungen für Heidelberg

Kurz & bündig

Das Heidelberger Quartier Höllenstein bekommt ein komplettes Facelift: Die kommunale Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) hat die alten Gebäude abgerissen und Neubauten mit Wohnungen für Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen erstellt. Dafür mussten rund 200 Bewohner umziehen. Das neue Konzept sieht nachfragegerechte Grundrisse, schwellenarme und zum Teil mietpreisgebundene Wohnungen vor, um im Quartier wieder eine soziale Durchmischung zu erreichen. Das Zusammenleben wird zudem durch Freiflächen, Spielstraßen, einen Quartiersplatz und einen Nachbarschaftstreff sowie ergänzende Dienstleistungen gefördert.

AUS ALT MACH NEU: BEZAHLBAR WOHNEN

Im Heidelberger Wohngebiet Höllenstein sollte der Name auf keinen Fall Programm werden. Deswegen hat die kommunale Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) hier umfangreiche Arbeiten angestoßen – mit dem Ziel, ein ganzes Quartier neu zu entwickeln.

In den 1920er- und 1950er-Jahren baute die GGH im Kirchheimer Höllenstein 20 Häuser mit rund 300 Wohnungen. Um die damals herrschende Woh- nungsnot möglichst schnell zu lindern, wurden sie in einfacher Bauweise erstellt. Im Laufe der Jahre sind Erweiterungen und Sanierungen vorgenommen worden, allerdings waren keine grundlegen- den strukturellen Änderungen möglich.

Damit entsprachen die Bestandsgebäude immer weniger den Anforderungen der Zeit und die Wohnungen ließen sich zunehmend schlechter vermiten. Grund genug für die GGH, den Höllenstien ins 21. Jahrhundert zu überführen. Doch wie läss sich ein derart umfangreiches Unterfangen umsetzen? Was bedeutet das für die aktuellen Mieter? Und welche Vorteile entstehen daraus für den Wohnraum in Heidelberg?

"Alteingesessene Mieter sind in der Regel verwurzelt. Ein Umzug nicht etwa aus eigener Entscheidung, sondern für eine Neuentwicklung fällt ihnen schwer. Deshalb betreuen wir sie intensiv und bieten ihnen individuell passende Wohnungen an, in denen sie bei vergelichbarere Miete eine höhere Lebensqualität haben als vorher."

Alexandra Feurer, Umzugsmanagerin GGH Heidelberg
Seite 2 Neue Konzepte für soziale Durchmischung
Kurz & bündig

Das Heidelberger Quartier Höllenstein bekommt ein komplettes Facelift: Die kommunale Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) hat die alten Gebäude abgerissen und Neubauten mit Wohnungen für Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen erstellt. Dafür mussten rund 200 Bewohner umziehen. Das neue Konzept sieht nachfragegerechte Grundrisse, schwellenarme und zum Teil mietpreisgebundene Wohnungen vor, um im Quartier wieder eine soziale Durchmischung zu erreichen. Das Zusammenleben wird zudem durch Freflächen, Spielstraßen, einen Quartiersplatz und einen Nachbarschaftstreff sowie ergänzende Dienstleistungen gefördert.

Neue Konzepte für soziale Durchmischung

Peter Bresinski nimmt Stellung zu zentralen Punkten.

Innerstädtisches Entwicklungspotenzial

„Das Höllenstein-Quartier hat eine gute Lage im Heidelberger Süden. Zwischen S-Bahn-Trasse, Sportanlagen und dem Gelände der Internationalen Gesamtschule mutet es fast wie eine Insel an – mit Top-Anbindung an die Stadt. Wir wollen hier nicht nur neue Gebäude errichten, sondern auch die soziale Stadtentwicklung fördern. Dazu gehört es, auch geförderten Wohnraum anzubieten. Zudem sieht unser Konzept vor, nicht nur soziale Schichten, sondern auch Generationen zu mischen.“

Bauvorhaben

„Wir planen in vier Bauabschnitten 335 Wohnungen unterschiedlichster Größe, die allesamt barrierefrei erschlossen sind. Einige Wohnungen sind darüber hinaus barrierefrei mit bodengleichen Duschen. Bis heute sind 153 fertiggestellt und bezogen. Spezielle Angebote gibt es für Senioren und Alleinerziehen- de. Gerade letztere pro tieren von optimal ange- passten Grundrissen, die drei Zimmer auf rund 60 Quadratmetern zulassen. Damit sind die Wohnun- gen förderungsberechtigt und entsprechen mit zwei Schlafzimmern für Elternteil und Kinder den Ansprü- chen vieler Alleinerziehender.“

Wissen zum Mitnehmen

Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) investiert bis 2018 rund 75 Millionen Euro in die Quartiersentwicklung im Höllenstein. Es ist das derzeit umfangreichste Projekt von Heidelbergs größtem Wohnungsanbieter.

Umzugsmanagement

„Für so ein großes Neubauprojekt wie im Höllenstein ist es notwendig, über ein entsprechendes Potenzial an Ersatz- oder Ausweichwohnungen zu verfügen. Wir haben unsere Mieter ausführlich und lange im Voraus vorbereitet. Erfahrene Mitarbeiter aus unserem Bestandsmanagement betreuen sie mit viel Aufwand und Feingefühl. Dabei haben die meisten Mieter im Höllenstein sehr offen reagiert, weil wir ihnen neue, moderne Wohnungen zu ganz ähnlichen Konditionen wie bisher in Aussicht stellen konnten.“

Nachbarschaftskonzept

„Mit verschiedenen Maßnahmen soll das Miteinander der Bewohner im gesamten Quartier gefördert werden. So gibt es Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität und einen zentralen Platz; die Straße „Im Höllenstein“ selbst ist als autofreie Spielstraße angelegt.

Wir bieten einen Nachbarschaftstreff mit Café, Boule-Plätze und können uns auch eine Art‚ Quartiers-App‘ vorstellen, die die Bewohner untereinander vernetzt. Grundsätzlich sieht die GGH ihre Aufgabe darin, entsprechende Strukturen zur Verfügung zu stellen. Für konkrete Maßnahmen im Sinne eines gemeinschaftlichen Miteinanders arbeiten wir unter anderem mit Experten von der Lebenshilfe zusammen.“

Dienstleistungen

„Ein Concierge wird die Bewohner im Alltag unterstützen. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe und wir sind mit einem Arzt und Physiotherapeuten im Gespräch, die ihre Praxen im Quartier eröffnen möchten. Zudem denken wir aus Gründen der Nachhaltigkeit über einen E-Bike-Verleih nach. Hier wird es in Zukunft vermutlich noch zahlreiche Ideen und Maßnahmen geben, im besten Fall auch auf Initiative der Bewohner selbst.“

Subventionierung der Miete

Allen Mietern, die den Höllenstein für die Neuentwicklung zeitweilig verlassen müssen, hat die GGH individuell passende Wohnungen aus ihrem Bestand angeboten. Sie subventioniert die Miete, damit die Differenz zur vorherigen Altbaumiete nur gering ausfällt – und auch die Kosten der Wohnungen im „neuen“ Höllenstein werden gefördert. So zahlen Bestandsmieter maximal einen Euro pro Quadratmeter mehr.

Faktenlage

Mietwohnungen im Höllenstein-Quartier

  • 250 Neubauwohnungen in drei Bauabschnitten
  • 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen
  • 3-Zimmer-WohnungenspeziellfürAlleinerziehende
  • Alle Wohnungen barrierefrei erschlossen, 212 Wohnungen altersgerecht schwellenarm, 22 Wohnungen barrierefrei rollstuhlzugänglich
  • 60 Wohnungen förderfähig
  • Spezielles Wohnungsangebot für Senioren im vierten Bauabschnitt (85 Einheiten)
  • Freiflächen- und Verkehrskonzept mit wenig Autoverkehr und hohem Anteil an Grünflächen
  • Quartiersplatz und Gemeinschaftstreff im vierten Bauabschnitt
  • Bauherr: Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH)
  • Architekten: Mronz + Schaefer Architekten in Zusammenarbeit mit Lill + Sparla Landschaftsarchitekten, Köln
  • Ausschreibung über Planungskonkurrenz mit sieben teilnehmenden Büros