Magazin für zeitgemäßes Wohnen

Buchrezension


Bessere Orte auf weniger Fläche: Neues Handbuch für Kommunen zur Innenentwicklung erschienen

„Besser Bauen in der Mitte“: So lautet der Titel eines neuen Handbuchs, das die Bundesstiftung Baukultur kostenlos anbietet. Als Ratgeber und Inspirationsquelle informiert das Handbuch über planerische Strategien und Instrumente, mit denen der eigene Ort für Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit attraktiver wird. Es richtet sich an kommunale Entscheider, Initiativen und Bauherren aus Klein- und Mittelstädten sowie aus den ländlichen Räumen und kann über die Website der Stiftung bestellt werden.

In Deutschland wird häufig an den falschen Stellen gebaut. Auf der „grünen Wiese“ entstehen mit guter Absicht, doch oft ohne wirklichen Bedarf, neue Einfamilienhäuser und Gewerbegebiete. Dadurch verschwindet das Leben aus den Ortskernen und Leerstand macht sich breit. Und durch immer neue Baugebiete und Verkehrsräume wird hierzulande jeden Tag die Fläche von 92 Fußballfeldern „verbraucht“.

„Es fehlt immer noch an einem Problembewusstsein zum Flächenverbrauch“, meint Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. „Durch neue Baugebiete gehen Kulturlandschaften ebenso verloren wie intakte Ortsbilder und nicht zuletzt Heimat.“ Ein Großteil des Flächenverbrauchs geschehe außerhalb der großen Metropolen. Eine gute Innenentwicklung sei daher insbesondere in kleineren Kommunen nötig. „Die Attraktivität und Einzigartigkeit eines Ortes entscheidet schließlich auch darüber, ob man wegzieht, bleibt oder sich im Bestand neu engagiert“, so Nagel.

Den Weg für Kommunen zur lebendigen, flächenschonenden Gemeinde skizziert das Handbuch in sechs einfachen Schritten mit herausnehmbarem Poster. Praxisnahe Instrumente wie ein Flächenkataster oder eine Bodenvorratspolitik werden vorgestellt, erklärt und helfen Akteuren bei der Innenentwicklung. Im Mittelpunkt des Handbuchs stehen 25 Beispielprojekte aus ganz Deutschland, die durch kreative, manchmal überraschende Lösungen zeigen, wie Innentwicklung auch in kleineren Orten gelingen kann.

Das Handbuch als PDF zum Download, die Grafiken sowie ein Bestellformular zum Buch finden Sie unter: www.bundesstiftung-baukultur.de/besser-bauen-handbuch


Der menschliche Maßstab

Zum Inhalt der Ausgabe Urbane Innovationen“ der edition brand eins schreibt Chefredakteurin Susanne Risch:

Was macht eine Stadt für ihre Bürger eigentlich attraktiv? Eine funktionierende Infrastruktur? Gute Einkaufsmöglichkeiten? Bezahlbarer Wohnraum? Saubere Luft? Ein breites Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebot? Spannende Arbeitsplätze? Viel Grün? Schnelles Internet? All das ist sicher wesentlich – und definiert doch nur den Rahmen für Lebensqualität. Tatsächlich wünschen wir Bürger uns vor allem Gemeinschaft. Wir suchen Nähe. Nachbarschaft. Soziales Miteinander. Und das finden wir in den gesichtslosen Metropolen immer seltener.

Wir haben mit dem Ausbau unserer Städte auch das Leben daraus verbannt. Alles ordentlich geplant: Erst wurden die Fabriken an den Rand gedrängt, dann folgten Märkte und Geschäfte, schließlich die Menschen. Jetzt sind die meisten Innenstädte leer, sobald sich die Blechlawine abends in die Peripherie aufgemacht hat. Die Stadt, einst pulsierendes Zentrum von Leben, Arbeit, Handel und Begegnung ist ein unwirtlicher Ort geworden. Das ist schade für die Bürger – und gefährlich für die Stadt.

Immer mehr Menschen können sich heute aussuchen, wo sie leben und arbeiten wollen. Städte und Regionen stehen im weltweiten Wettbewerb. Auf Dauer werden nur die überleben, denen es gelingt, engagierte und kreative Bürger anzulocken. Denn Menschen bedeuten Wohlstand. Sie sichern die Zukunft der Stadt.

Davon, wer sich wie wo positioniert hat, erzählt dieses Heft. Die brandeins-Autoren und -Fotografen haben dafür die ganze Welt bereist, sie haben Großsiedlungen und Kleinquartiere besucht, reale und virtuelle Räume erforscht und eine Vielzahl beeindruckender Projekte zusammengetragen. Sie trafen Architekten, Bauherren, Verkehrsexperten, Stadtplaner, Soziologen, Ingenieure, Daten-, Umwelt- und Katastrophenschützer; sie begleiteten Müllpioniere und Kioskbetreiber, diskutierten mit Regionalentwicklern und Evolutionsbiologen, staunten über Platten- und Lehmbauten, über komplexe Konstrukte und simple Lösungen.

Am Ende ist es nämlich ganz schlicht, weiß Jan Gehl, der Stadtentwickler, der nicht nur seiner Heimatstadt Kopenhagen zu neuem Leben verholfen hat. Seine Studien haben gezeigt: „Menschen gehen dorthin, wo andere Menschen sind. Das ist banal, aber entscheidend für das Funktionieren einer Stadt.“

edition brand eins: Urbane Innovationen, 15,00 Euro, im Zeitschriftenhandel erhältlich oder zu bestellen unter https://kiosk.brandeins.de/products/edition-brand-eins-urbane-innovationen


Vom Schwarzbrotthema zur kreativen Planungsaufgabe: Bezahlbarer Wohnraum

Unter den vielfältigen Planungsaufgaben galt der Wohnungsbau, insbesondere der bezahlbare Geschosswohnungsbau, als Schwarzbrot-Thema. Doch genau der fehlt vielerorts. Möglichst schnell muss möglichst viel bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Wie aber können die Kosten reduziert werden, ohne die Qualität des Wohnens einzuschränken? Dafür braucht es überzeugende Modelle und Konzepte, die kosteneffizient, nachhaltig und zukunftstauglich sind.

Der DETAIL-Band Wohnungsbau. Kostengünstige Modelle für die Zukunft dokumentiert fünfzehn aktuelle Wohnungsbauten in Europa, die sich durch ihre Qualität auszeichnen und gleichzeitig mit reduzierten Baukosten realisiert werden konnten. Konstruktive Lösungen, die bedachte Materialwahl, spezifische Bauprozesse und konkrete Planungsvoraussetzungen trugen jeweils zu diesem Ergebnis bei. Aktuelle Projekte wie die Überbauung des Parkplatzes am Dantebad in München oder eine Wohnanlage in Modulbauweise südlich von Lyon werden ausführlich mit Fotos, Texten, Grundrissen und Detailzeichnungen im Maßstab 1:20 dokumentiert und geben so Einblicke auf den Planungsprozess und in die unterschiedlichsten konkreten Maßnahmen zur Reduktion der Kosten.

Die Finanzierung und entsprechende Förderinstrumente, die Reduktion der Baukosten und die schnelle Umsetzbarkeit von Wohnungsbauten sind maßgebliche Herausforderungen für Architekten und Bauherren. Nicht nur Überlegungen zum Grundriss, sondern auch die sorgfältige Wahl der Baumaterialien samt ihrer konstruktiven Anwendung sowie soziale Gesichtspunkte sind in diesem Zusammenhang entscheidende Ansätze für die Architektur. In einem einführenden Teil des Buches werfen daher verschiedene Essays unterschiedliche Schlaglichter auf alle diese Herausforderungen, sie stellen verschiedene Perspektiven vor und erörtern historische sowie aktuelle Beispiele. Dabei kommen planerische Methoden und Prozesse auf der Baustelle zur Sprache, die zur Senkung der Baukosten beitragen können. Doch auch soziale Gesichtspunkte und historische Zusammenhänge werden aufgegriffen, etwa am Beispiel Wien – einer Metropole, die als Vorbild für den geförderten Wohnungsbau gilt.

Dieses Buch wendet sich an alle, die an der verantwortungsvollen Aufgabe beteiligt sind, die stetig wachsende, hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu bedienen. Es liefert Anregungen, wie die Kostenreduktion im Wohnungsbau nicht den Verzicht auf Qualität für die Bewohner zur Konsequenz hat.

Wohnungsbau. Kostengünstige Modelle für die Zukunft

Sandra Hofmeister (Hg.), November 2018. Edition DETAIL, München, 192 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 23 x 32 cm, Hardcover, ISBN 978-3-95553-445-5, EUR 49,90


Weitere Publikationen

Bauteam – ein Weg zum kostengünstigen Wohnungsbau

Zusammen mit der Architektenkammer Baden-Württemberg sowie der Bundesarchitektenkammer hat Klaus Wehrle, Geschäftsführer der RegioWerk GmbH, einen Leitfaden verfasst, der seine Erfahrungen als Architekt und Projektentwickler zusammenfasst. Erhältlich unter www.akbw.de/link/egr.

Beschleunigter Wohnungsbau

Im Frühsommer 2018 hat das Wirtschaftsministerium die Broschüre „Beschleunigter Wohnungsbau – Effizienz bei der Baulandgewinnung und im Planverfahren“ herausgegeben. Sie informiert über das Bauplanungsrecht und stellt Instrumente vor, wie die Verfahren effizienter gestaltet oder auch erleichtert werden können. Insbesondere in Hinblick auf eine zukunftsfähige Weiterentwicklung von Städten und Gemeinden und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum möchte das Booklet Gemeinderatsmitglieder und Planerinnen und Planer sowie die interessierte Bürgerschaft informieren.

Bodennutzung sozialgerecht + gemeinwohlorientiert

Heft 4_17 der Mitgliederfachzeitschrift für Stadt-, Regional- und Landesplanung PLANERIN. In den Beiträgen dieses Heftes werden Alternativen zur rein privaten Baulandentwicklung aufgezeigt, über gemeinwohlorientierte Nutzungskonzepte bishin zu Überlegungen zu einer sozialgerechteren und gemeinwohlorientierten Bodennutzung. Es wird deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum nur geschaffen werden kann, wenn die Kommunen eine aktive Baulandentwicklung betreiben, einhergehend mit einer kommunalen Liegenschaftspolitik.

Dichte Atmosphäre

Angesichts fortschreitenden Landschaftsverbrauchsund wachsender Verkehrsströme wird die Diskussion um das sinnvolle Maß der baulichen Dichte heftig geführt. Bei der Planung fehlten bisher konkrete Werte und Erkenntnisse darüber, welche Formen der Bebauung die angenehmsten Lebensräume schaffen. Dieses Buch untersucht in umfassender Weise die Zusammenhänge zwischen den Ausprägungen baulicher Dichte und daraus entstehendenAtmosphären, Nutzungsverteilungen und deren Wertschätzung. Anhand von 9 Dichtekategorien, die den öffentlichen Raum mit einbeziehen, werden 36 exemplarische Quartiere in Zürich, Wien, München und Berlin vom Stadtrand bis zur Innenstadtfotografisch und in detailliertem Kartenmaterial dokumentiert und ausgewertet.

Eberhard Tröger (Autor), Dietmar Eberle (Hrsg.): „Dichte Atmosphäre: Über die bauliche Dichte und ihre Bedingungen in der mitteleuropäischen Stadt“, Birkhäuser, Basel, 2015

Gemeinschaftlich und genossenschaftlich

Derzeit treten verstärkt neue Formen des Wohnens neben das Zusammenleben als Familie, Paar und das Alleinwohnen. Wohnprojekte übernehmen teilweise Funktionen, die einst in Familien organisiert wurden, auf freiwilliger Basis und ohne sozialstaatliche Regularien. Die Gründung von Wohnprojekten und Genossenschaften sind aktuelle Ansätze beim Wohnen, bei denen zudem bauliche und ökologische Innovationen wichtig sind. Vor allem Geselligkeit, Gemeinschaftsbildung und Hilfeleistungen sind prägende Merkmale des gemeinschaftlichen Wohnens. Besonderes Augenmerk wird in der Publikation auf die Rechtsform Genossenschaft gelenkt und Neugründungen im Kontext der langen Tradition von Genossenschaften als dritte Form des Wohnens zwischen Eigentum und Miete diskutiert. Prof. Dr. Annette Spellerberg, „Neue Wohnformen – gemeinschaftlich und genossenschaftlich“, Springer VS, Wiesbaden, 2018

Grundrissfibel

450 Wohnungsgrundrisse aus 50 Wettbewerben, die die Stadt Zürich in 13 Jahren durchgeführt hat.‚Copy and paste‘ funktioniert bei den Grundrissen nicht, sie zeigen jedoch, dass es sich lohnt, Raumorganisationen zu hinterfragen oder zumindest weiterzuentwickeln. Amt für Hochbauten der Stadt Zürich (Hrsg.), „Grundrissfibel. 50 Wettbewerbe im gemeinnützigen Wohnungsbau 1999-2012“, Edition Hochparterre, Zürich, 2015

Mehr Bauland für bezahlbaren Wohnungsbau. Gute Beispiele kommunaler Boden- und Liegenschaftspolitik

Hrsg: Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V., Dezember 2016, www.deutscher-verband.org > Publikationen > Dokumentationen

Mitarbeiterwohnen

Aufgrund der positiven Resonanz auf die Handreichung „Wirtschaft macht Wohnen“ erschien 2018 die Publikation „Mitarbeiterwohnen. Mehr als ein Instrument aktiver Personalpolitik“ mit gebauten Beispielen sowie ergänzenden Beiträgen. RegioKontextGmbH im Auftrag von BDB, GdW, DGfM, DMB, IG Bau und ZDB; http://www.regiokontext.de/upload/Mitarbeiterwohnen.pdf

Nach Hause kommen

Was können sozial und ökologisch integrierte Nachbarschaften dazu beitragen, dass unser Leben entspannter, gerechter und vielfältiger wird? Nach Hause kommen heißt Teilen statt Tauschen, Zusammenarbeiten anstelle von Übervorteilen. Die neue Welt der Commons beginnt dort, wo wir wohnen ... Ein kleines 150 Seiten umfassendes Taschenbuch mutet mit seinem Ansatz utopisch an, doch muss man nicht maximal denken, um wenigstens einen kleinen Schritt voranzukommen? Und wenn die Politik dies schon nicht erkennt, dann haben die Menschen in gelebten Nachbarschaften Möglichkeiten, die Welt ein bisschen besser zu machen. Mit den angehängten Checklisten, z.B. wie viel Platz für ein Waschsalon einzuplanen ist, ist das Buch auch sehr pragmatisch. Verein Neustart Schweiz, „Nach Hause kommen. Nachbarschaften als Commons“, Edition Volles Haus, Zürich, 2016

Neues Wohnen auf dem Land

Wie wirkt sich der demografische Wandel in ländlichen Regionen auf die Gebäudenutzung und infrastrukturelle Versorgung der Gemeinde aus. Realisierte und geplante Beispiele aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz zeigen Möglichkeiten unterschiedlicher Wohnformen auf dem Land. Eva Wonneberger, Neues Wohnen auf dem Land, Springer VS, 2018

Renaissance der Genossenschaften

Eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Idee von Selbsthilfeorganisationen in Form von Wohngenossenschaften lebt wieder auf. In Zürich hat sie eine besondere Dynamik entwickelt. Wenn auch Beispiele für Sanierungen und Modernisierungen fehlen, bietet das Buch vielfältige Anregungen, die Qualität des Wohnungsbaus zu fördern und zugleich die Kosten einzudämmen. Dominique Boudet (Hrsg.),„Wohngenossenschaften in Zürich. Großstädte und neue Nachbarschaften“, Park Books, Zürich, 2017

Roadmap Bodenpolitik

Nachhaltige Stadtentwicklungspolitik und soziale Wohnungspolitik sind ohne eine aktive und konsistente Bodenpolitik aller administrativen Ebenenlangfristig nicht umsetzbar. Der vhw und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) haben vor dem Hintergrund des weitreichenden Handlungs- und Nachsteuerungsbedarfs – und als Fortsetzung desgemeinsamen wohnungspolitischen Plädoyers von 2016 – einen Kreis unabhängiger Experten zusammengebracht, die sich seit Jahren mit dem Thema Boden beschäftigen. Entstanden ist die Roadmap Bodenpolitik. Diese soll einen Weg zeigen, wie die vielfältigen und nicht länger hinnehmbaren Blockaden in der Bodenpolitik aufgelöst werden können. Roadmap Bodenpolitik. Bodenpolitische Agenda 2020-2030, zu finden unter www.difu.de bzw. www.vhw.de

Weißbuch Stadtgrün

Urbanes Grün ist ein prägendes Element unserer Städte. Es übernimmt vielfältige soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche, ökologische und klimatische Funktionen und leistet damit einen zentralen Beitrag für die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität, der Umweltgerech- tigkeit und Klimaresilienz in den Städten. Das Weißbuch Stadtgrün, erschienen im April 2017, enthält zehn Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen, wie der Bund im Rahmen seiner Zuständigkeiten die Kommunen unterstützen wird, urbane grüne Infra- struktur zu stärken. www.bmub.bund.de/B1140-0

Wirtschaft macht Wohnen

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnen Mitarbeiterwohnungen zunehmend an Bedeutung. Bereits 2016 haben sechs Verbände eine Handreichung für die gewerbliche Wirtschaft, die Wohnungswirtschaft und lokale Akteure herausgegeben; bearbeitet von der RegioKontext GmbH im Auftrag von BDB, GdW, DGfM, DMB, IG Bau und ZDB. http://www.regiokontext.de/upload/WmW.pdf

Wohnen ist individuell

Zum Thema existieren zahlreiche Studien über Standards, Entwicklungen und Trends, die die Bedürfnisse von Menschen analysieren und vergleichen. Das DETAIL-Buch zeigt, wie Planerinnen und Planer Ideen entwickeln, die dem Bedürfnis der Menschen nach einem ausgewogenen Maß von individuellem und gemeinschaftlichem Raum, auch hinsichtlich der Freiflächen, entsprechen. Christian Schittich (Hrsg.), wohnen housing best of, Edition DETAIL, München, 2012

Wohnen. Markt in Schieflage – Politik in Not

Dass derzeit zu wenig Wohnungen gebaut werden, dass trotz anziehender Baugenehmigungen das Angebot nicht die Nachfrage deckt, dass die Mieten nach zehn ruhigen Jahren in manchen Städten anziehen und dass Haushalte mit geringem Einkommen vor allem beim Wohnungswechsel die Leidtragenden sind, darüber sind sich Politiker, Mietervereine und Wohnungsexperten einig: Hinsichtlich der Diagnose, was die Ursachen der Schieflage sind, gibt es Dissens und hinsichtlich der wohnungspolitischen Optionen, wie die Mieten im sozialpolitisch verträglichen Rahmen gehalten werden können, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Mit Änderungen des Mietrechts allein ist es nicht getan. Es fehlt an Konzepten, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.

Während der Bestand „alter“ Sozialbauwohnungen von Jahr zu Jahr schrumpft, werden kaum noch neue Sozialwohnungen fertig gestellt. Sie „rechnen“ sich nicht. Projektiert werden Miet- und Eigentumswohnungen für Gutverdienende. Gleichzeitig zieht der deutsche Immobilienmarkt international vagabundierendes Kapital an.

Eberhard v. Einem (Hrsg.), Springer VS, Wiesbaden 2016

Wohnvielfalt. Gemeinschaftlich wohnen – im Quartier vernetzt und sozial orientiert

In diesem Buch, erschienen im Juni 2017, wird als Ergebnis aus dem Forschungsprojekt, bearbeitet von Prof. Susanne Dürr und Dr. Gerd Kuhn, der Blick auf die unter - schiedlichen Dimensionen der Quartiersvernetzung und Nachbarschaftsbildung gemeinschaftlicher Wohnprojekte gerichtet. Kostenfrei zu bestellen bei der Wüstenrot Stiftung: info@wuestenrot-stiftung.de