Magazin für zeitgemäßes Wohnen

Erklärungen und Themen

Bezahlbares Wohnen: eine (mögliche) Definition

Der eine muss es bezahlen können (und auch noch etwas für den Lebensunterhalt übrig behalten), der andere muss es bauen können (und auch noch etwas daran verdienen, um zu überleben). Eine eindeutige, in jeder Situation gültige Definition für bezahlbares Wohnen gibt es nicht. Rein finanziell betrachtet, gilt eine Wohnkostenquote (Miete/Hypothekenrate in Prozent vom Einkommen) von 30 Prozent als vertretbar. Oft sind jedoch die Warmmieten als Prozentsatz des Haushaltseinkommens erheblich höher, was das Wirtschaften für die Betroffenen sehr schwierig macht (Quelle: BPD Magazine 3, Jahrgang 2, Frühjahr 2016). Gemäß der Pestel-Studie „Mietwohnungsbau 2.0 – Bezahlbarer Wohnraum durch Neubau“, veröffentlicht im September 2014, ist (Kalt-)Miete bezahlbar, solange sie maximal ein Drittel des Einkommens eines Haushalts verschlingt – vorausgesetzt das Einkommen dieses Haushalts liegt mindestens 100 Prozent über dem „Hartz IV“-Satz (Arbeitslosengeld II).

Baupreise

In Baden-Württemberg sind die Baupreise für den Neubau von Wohngebäuden in konventioneller Bauart (einschließlich Umsatzsteuer) gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,9 Prozent gestiegen. Damit blieb die Preissteigerungsrate für neu gebaute Wohngebäude nach Angaben des Statistischen Landesamtes erstmals seit dem 4. Quartal 2015 unter dem Wert des Vorquartals. Bei den Rohbauarbeiten an neuen Wohngebäuden legten die Bauleistungspreise im Vergleich zum 3. Quartal 2016 um 2,5 % zu.

Teurer wurden insbesondere Erdarbeiten (+3,6 %) sowie Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten (+3,3 %) und Stahlbauarbeiten (+3,3 %). Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Abdichtungsarbeiten (+0,8 %) eher moderat. Spürbar zugelegt haben die Preise bei Ausbauarbeiten für neue Wohngebäude (+3,1 %). So stiegen die Preise für Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen (+7,9 %), Metallbauarbeiten (+7,0 %), Fliesen- und Plattenarbeiten (+4,8 %) und Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen (+4,1 %). Dagegen war für Arbeiten an Wärmedämm-Verbundsystemen (−0,1 %) etwas weniger zu zahlen als im Vorjahresquartal.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 02.10.2017

Bauteam

Kooperation statt Hierarchie ist das Erfolgsrezept des Bauteams. Nicht zu verwechseln mit reinen Handwerkerkooperationen oder Schlüsselfertiganbietern setzen sich beim Bauteam-Verfahren Architekt, Fachplaner und Handwerker bereits während der Planungsphase gemeinsam an einen Tisch. Auf Grundlage einer detaillierten und aussagekräftigen Baubeschreibung diskutieren sie Optimierungsmöglichkeiten im Bereich von technischen Details und Konstruktionsarten. Durch den offenen Austausch von Informationen und Erfahrungen sammelt sich das Fachwissen an – zum Vorteil aller Beteiligten und des gesamten Bauprojekts. Das Ziel ist qualitativ hochwertige Architektur zu günstigen Kosten. Wie es zu erreichen ist, haben vielfache Beispiele bereits überzeugend gezeigt. So führten die im Rahmen von Bauteam-Verfahren erarbeiteten Optimierungsmaßnahmen in der Summe zu einer Senkung des Gesamtbaupreises um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent.

Quelle: www.akbw.de/link/egr

Mieterstrom

Als Mieterstrom wird der Strom bezeichnet, der in einer Solaranlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und ohne Nutzung des Netzes der allgemeinen Versorgung an Letztverbraucher in diesem Wohngebäude (insbesondere Mieter) geliefert und im Gebäude verbraucht wird. Mit der Förderung von Mieterstrom werden die Mieter direkt an der Energiewende beteiligt. Wenn beispielsweise ein Vermieter eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert hat, kann er den so erzeugten Strom an seine Mieter liefern. Das ist zwar auch heute möglich, rechnet sich aber für die meisten Vermieter nicht. Diese Lücke wird jetzt geschlossen, indem ein Mieterstromzuschlag eingeführt wird. Die Bundesregierung geht davon aus, dass etwa 3,8 Millionen Wohnungen für Mieterstrom in Betracht kommen. Das sind 18 Prozent aller Wohnungen in Deutschland. Besonders attraktiv ist das Modell für große Wohnhäuser. Mieter sparen damit etwa zehn Prozent ihrer Stromkosten.

Quelle: www.wir-leben-genossenschaft.de/de/Das-Mieterstrommodell-4242.htm

Rahmenvereinbarung serielles und modulares Bauen

Das europaweite Ausschreibungsverfahren, das vom Bundesbauministerium (BMUB) und dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer und der Bauindustrie Ende Juni gestartet wurde, war in kurzer Zeit auf ein breites Interesse gestoßen. Über 40 Bieter und Bietergemeinschaften hatten sich beworben. In einem weiteren Schritt erfolgt ab Anfang Dezember die Prüfung und Bewertung der Angebote nach speziell ausgearbeiteten Kriterien durch ein eigens einberufenes Bewertungsgremium, das sich aus Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft, Forschung und des Bundesbauministeriums zusammensetzt. Ziel des Wettbewerbs ist es, im Frühjahr 2018 eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohngebäuden in serieller und modularer Bauweise mit insgesamt 5 bis 10 Bietergemeinschaften aus Planung und Ausführung abzuschließen.

Quelle: web.gdw.de/wohnen-und-stadt/serielles-bauen/seriellesbauen

Urban Gardening

Urbane Gärten, Nachbarschaftsgärten oder Mietergärten, interkulturelle Gärten – alle haben ähnliche Ziele und Effekte: Sie schaffen eine neue Urbanität, bereichern die lokale Vielfalt und entdecken das Miteinander wieder. Brachflächen oder Flachdächer  werden genutzt und bieten für das Quartier einen ökologischen sowie einen sozialen Mehrwert, denn beim gemeinsamen Gärtnern gedeihen nicht nur Blumen und Gemüse, sondern es bringt die Menschen aller Generationen und Kulturen zusammen. Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert entsprechende Initiativgruppen, bei deren Projekten ein ökologischer und gesellschaftlicher Mehrwert erkennbar ist: www.stuttgart.de/urbanegaerten

Pflege und Unterhalt

Gebäude, aber auch Außenanlagen, verursachen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg Kosten – von der Errichtung über die Nutzung bis hin zum Abriss. Um die sogenannten Lebenszykluskosten so niedrig wie möglich zu halten, empfiehlt sich auch bei Freianlagen Materialien, Bauteile und Vegetation so auszuwählen, dass deren Pflege und Instandhaltung einfach und effizient ist. Auf diesem Weg kann sie nachhaltig und wirtschaftlich durchgeführt werden. Landschaftsarchitekten haben die dafür erforderlichen Kenntnisse: www.architekten-profile.de > Fachrichtung: Landschaftsarchitektur

Konzeptvergaben

... für mehr Wettbewerb und Qualität im Wohnungsbau: Die Architektenkammer Baden-Württemberg empfiehlt der öffentlichen Hand und ihr nahestehenden Gesellschaften Grundstücksvergaben nur nach Konzept- qualität und Planungsvergaben nach Durchführung eines Architektenwettbewerbs zu vergeben. Für Grund- stücksvergaben darf nicht das Höchstbieterverfahren gelten, für Planungsvergaben nicht das Mindestgebot.

Einige Städte machen mit diesen integrierten Vergabeverfahren schon lange gute Erfahrungen, zum Beispiel Tübingen: www.tuebingen.de/wohnen, siehe auch „Grundstücksvergabe für gemeinschaftliches Wohnen. Konzeptverfahren zur Förderung des sozialen Zusammenhalts, bezahlbaren Wohnraums und lebendiger Quartiere. Praxisbeispiele aus Tübingen, Hamburg, München und Berlin“ vom Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesverband, März 2016; verein.fgw-ev.de/service-und-publikationen/publikationen. html. Mit Konzeptvergaben wachsen die Chancen auf nachhaltigen, bedarfsgerechten Wohnungsbau, ori- entiert an den örtlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen.

Quote für bezahlbaren Wohnungsbau

Für eine sozial ausgewogene und städtebaulich quali zierte Bodennutzung können Kommunen Grundsatz- beschlüsse fassen. Der Gemeinderat der Landeshauptstadt hat beispielsweise 2011 mit dem sogenannten Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) Perspektiven und baulandpolitische Grundsätze mit dieser Maß- gabe beschlossen. Konkret müssen demnach 20 Prozent der für Wohnen neu geschaffenen Geschoss ä- chen für die Wohnungsbauförderung gesichert werden. www.stuttgart.de/SIM.

In Freiburg sind bei Schaffung von Baurechten und der Durchführung von privaten Bodenordnungsverfah- ren seit 2015 sogar 50 Prozent der neu geschaffenen Geschoss ächen als geförderter Mietwohnungsbau zu realisieren und zu belegen; siehe auch www.freiburg.de/pb/,Lde/346232.html. Andere Städte haben ähnli- che Beschlüsse gefasst.

Stellplatzschlüssel

Seit der LBO-Novelle 2014 können Kommunen von der bisherigen Praxis pro Wohneinheit ein Stellplatz (Faktor 1,0) abweichen und den Stellplatzschlüssel absenken. Die Landesbauordnung schreibt in § 37 bei Neubauten vor, für jede Wohnung einen Autostellplatz zu errichten. Es können jedoch örtliche Bauvorschrif- ten erlassen werden, die davon abweichen; insbesondere dann, wenn eine gute ÖPNV-Anbindung garan- tiert ist oder ein Mobilitätskonzept, zum Beispiel Carsharing, vorliegt.

Die Stadt Freiburg hat am 26. September 2016 eine Stellplatzsatzung verabschiedet, nach der zum Beispiel im geförderten Mietwohnungsbau und konzeptionellen Mietwohnungsbau die Verp ichtung zur Herstel- lung notwendiger Stellplätze auf 0,6 Stellplätze je Wohnung reduziert werden kann.

Tool-Workshop

Wenn zum Zeitpunkt der Überlegungen, neuen Wohnraum zu schaffen, weder ein Raumprogramm noch genaue Vorstellungen über die sozialen Inhalte des Projekts existieren, bietet sich ein offenes Projektent- wicklungsverfahren auf Basis sogenannter Tool-Workshops an – so empfohlen von der BauWohnberatung Karlsruhe (BWK) bei der Entwicklung des Areals „Allengerechtes Wohnen“ in Burgrieden.

Der Begriff „Tool“ steht dabei für ausgewählte, beispielhafte Projektbausteine, mit deren Hilfe professionel- le Dienstleister in Zusammenarbeit mit Bauherren und Bürgern Stück für Stück ein konkretes Planungskon- zept entwickeln können. Darüber hinaus optimieren Experten wie die BauWohnberatung (zusammen mit Architekten und weiteren Fachleuten) die Kostensicherheit, indem sie beispielsweise passende Generalun- ternehmer suchen und die Qualitätskontrolle in der Umsetzungsphase übernehmen. www.i3-community.de

Baulandmanagement – das Instrument der Zukunft!

Städte und Gemeinden sehen sich aufgrund der zunehmenden Belastung der kommunalen Haushalte immer weniger in der Lage, Bauland nur auf dem Wege der Angebotsplanung bereitzustellen. Während die Erschließungs- und Verfahrenskostender Allgemeinheit angelastet werden, kommen die planungsbedingten Wertsteigerungen häufig ausschließlich den Grundstückseigentümern bzw. den Investoren zu Gute. Auch Ziele wie die Bereitstellung erschwinglichen Wohnbaulands für junge Familien oder für Einheimische lassen sich mit klassischen Vorgehensweisen kaum erreichen.

Über Erbbaurechte wertvolles Bauland aktivieren und Wirtschaft fördern!

Kirchen, Privateigentümer und Kommunen wollen wertvolle Grundstücke zur langfristigen Zukunftssicherung häufig im Bestand halten. Die Vergabe im Erbbaurecht ist eine empfehlenswerte Möglichkeit, um eigentumgebundenes Bauland in besten Lagen dennoch zu aktvieren. Zudem gibt es auf der Kostenseite Entlastungseffekte, da an Stelle einer einmaligen Belastung durch den Grundstückspreis eine auf Jahrzehnte verteilte Belastung tritt. Auch können durch die Gestaltung der Höhe des Erbbauzinses Anreize für den Wohnungsbau geschaffen werden. Das ErbbauRG enthält keine Bestimmung über die Ermittlung der Höhe des Erbbauzinses. Er kann frei vereinbart werden. Der Spielraum der Kommunen,Grundstücke verbilligt abzugeben, ist zwar nach der jeweiligen Kommunal- oder Gemeindeordnung beschränkt, ein Abschlag auf den ermittelten Verkehrswert des Grundstücks, z.B. für die soziale Wohnraumförderung, stellt jedoch eine zulässige Ausnahme dar. Entweder wird als Basis für die Ermittlung des Erbbauzinses der ggf. verminderte Verkehrswert angenommen oder direkt ein reduzierter Zins verlangt. Insofern kann der Erbbauzins, der oft zwischen 4 und 6 Prozent des Werts für das Grundstück liegt, stimulierend reduziert werden.

Das Erbbaurecht ist somit eine Möglichkeit Grundstücke zu aktivieren, die zum Tafelsilber der Eigentümer gehören. Zudem kann statt des hohen Grundstückspreises der entlastend wirkende Erbbauzins in die Wirtschaftlichkeitsberechnung eingesetzt werden. Das Erbbaurecht ist stärker in die Baulandpolitik der Kommunen einzubeziehen. [aus Positionspapier „Bezahlbarer Wohnraum für alle“ der Bundesarchitektenkammer]

Städtebaulicher Vertrag zur sozial gerechten Bodennutzung

Der Bundesgesetzgeber hat mit dem am 01.05.1993 in Kraft getretenen Investitionserleichterungs- und Wohnbaulandgesetz den Gemeinden ausdrücklich ermöglicht, Lasten städtebaulicher Planungen von den Planungsbegünstigten tragen zu lassen. Dies gilt ab 01.01.1998 als Dauerrecht. Kommunen können demnach Planungsbegünstigte an den Kosten und Lasten beteiligen, die durch die kommunale Bauleitplanung ursächlich ausgelöst werden. 

Wem gehört die Stadt?

Bodenfonds sichern das Gut „Boden“ gegen das Marktgeschehen ab, indem einerseits die Träger des Bodens sich zu einem nicht spekulativen Umgang verpflichten, andererseits über Instrumente wie das Erbbaurecht Nutzung klar definiert wird. So wird eine Nutzung für soziale, ökologische und am Gemeinwohl orientierte Entwicklungen befördert und langfristig gesichert. (s.a. Schwerter Erklärung „Eigentumverflichtet – mehr Boden für das Gemeinwohl“, verabschiedet am 30./31. März 2017; www.stiftung-trias.de/themen/boden/)

Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.

Die höchste Lebenserwartung hat in Deutschland die Bevölkerung in Baden-Württemberg. Als eine Maßnahme der Strategie „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.“ hat das Sozialministerium das Sonderprogramm Quartier zur Förderung von alters- und generationengerechten Quartiersprojekten der Kommunen aufgelegt; ausgestattet mit einem Fördervolumen von drei Millionen Euro. Bis spätestens 15.03.2019 können Städte und Gemeinden Anträge stellen für Projekte, denen ein ganzheitliches Quartiersverständnis zugrunde liegt und die das Ziel verfolgen, allen im Quartier lebenden Menschen eine möglichst hohe Teilhabe und Lebensqualität zu bieten. Das Gemeinsame Kommunale Kompetenzzentrum Quartiersentwicklung (GKZ.QE) der Kommunalen Landesverbände berät bei der Antragsstellung. www.quartier2020-bw.de

Inklusive Quartiere

Wie wollen wir in Zukunft zusammen leben? Unter dieser Überschrift sucht das Pilotprojekt „Inklusive Quartiere“ (IQ) des Städtetags Baden-Württemberg interkommunal und interdisziplinär nach Formaten und Methoden inklusiver Quartierspraxis. Im Fokus steht die lebenswerte Stadt für alle Menschen. Erkenntnisse und kommunale Beispiele aus der Praxis für die Praxis, Städtetag Baden-Württemberg, 2017

Wohnraum-Offensive

Wohnen ist Menschenrecht für alle und Wohnungsnot auch in der Bodenseeregion verbreitet. Die Caritas Bodensee-Oberschwaben hat deshalb die Wohnraum-Offensive „herein“ gestartet, um Geflüchtete und Menschen mit geringen Einkommen zu unterstützen. Dafür werden Eigentümer von Wohnungen oder Häusern gesucht, die risiko- wie aufwandsarm vermieten möchten. Als kirchliche Institution garantiert die Caritas die Auswahl zuverlässiger Mieter ebenso wie die Miete. www.herein.kirche.de

„Ideen für den Wandel! Neuer Umgang mit Planungsinstrumenten“

... so ist die für den 19. März 2019 geplante Veranstaltung der Architektenkammer Baden-Württemberg in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden überschrieben. Im Mittelpunkt steht die Bewältigung der planerischen, strukturellen und politischen Herausforderungen, denen sich alle am Wohnungsbau Beteiligten stellen müssen. Inhaltlich wird der Frage nachgegangen, was auf den Betrachtungsebenen Land, Region und Kommune zu leisten ist, um die drängenden Handlungsfelder Wohnbau, Gewerbe, öffentlicher Nahverkehr, Freiraum und Infrastruktur über Gemeindegrenzen hinweg gemeinsam und zielführend zu denken. Nur wenn das gelingt, kann Planung zukunftsfähige Strukturen fördern. Die Planungsinstrumente sind vorhanden. Aber wie gehen wir mit ihnen um und wie können wir sie wirksam anwenden?

Dienstag, 19. März 2019, 17 Uhr, Stuttgart, Haus der Architekten
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind ab Anfang 2019 unter www.akbw.de zu finden.

IBA‘27-Projektsammlung

Ab sofort sammelt die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart Projektideen, die die Zukunft der Region und darüber hinaus neu denken. Plattform ist das IBA‘27-Netz, dessen Ziel es ist, Ideen und Orte zu verbinden. In einem gemeinsamen Entwicklungsprozess entstehen dabei aus dem IBA’27-Netz die IBA’29-Quartiere: Anspruchsvolle, vielschichtige Bauprojekte, die sich dem Weißenhof-Spirit verpflichten und in vielen Aspekten Avantgarde sein sollen. Informationen unter www.iba27.de

BUGA-Premiere

Am 17. April 2019 wird die BUGA in Heilbronn eröffnet, am 6. Oktober 2019 endet sie. Zum ersten Mal in der fast 70 jährigen Geschichte der Bundesgartenschauen wohnen Menschen auf dem Gartenschau-Gelände. Nach 2019 entwickelt sich das Bundesgartenschau-Gelände weiter zum Stadtquartier Neckarbogen, in dem 2040 etwa 3.500 Menschen wohnen und ca. 1.000 Menschen arbeiten werden. Das innenstadtnahe Wohn- und Arbeitsviertel ist ein wesentlicher Bausteinin der Stadtentwicklung von Heilbronn. Die Broschüre STADTAUSSTELLUNG HEILBRONN mit detaillierten Informationen, u.a. zu den Gebäuden, finden Sie unter http://www.buga2019.de/de/stadtausstellung/stadtausstellung.php oder www.buga2019.de/de/stadtausstellung/stadtausstellung.php

Publikationen

Wohnen. Markt in Schieflage – Politik in Not

Dass derzeit zu wenig Wohnungen gebaut werden, dass trotz anziehender Baugenehmigungen das Angebot nicht die Nachfrage deckt, dass die Mieten nach zehn ruhigen Jahren in manchen Städten anziehen und dass Haushalte mit geringem Einkommen vor allem beim Wohnungswechsel die Leidtragenden sind, darüber sind sich Politiker, Mietervereine und Wohnungsexperten einig: Hinsichtlich der Diagnose, was die Ursachen der Schieflage sind, gibt es Dissens und hinsichtlich der wohnungspolitischen Optionen, wie die Mieten im sozialpolitisch verträglichen Rahmen gehalten werden können, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Mit Änderungen des Mietrechts allein ist es nicht getan. Es fehlt an Konzepten, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.

Während der Bestand „alter“ Sozialbauwohnungen von Jahr zu Jahr schrumpft, werden kaum noch neue Sozialwohnungen fertig gestellt. Sie „rechnen“ sich nicht. Projektiert werden Miet- und Eigentumswohnungen für Gutverdienende. Gleichzeitig zieht der deutsche Immobilienmarkt international vagabundierendes Kapital an.

Eberhard v. Einem (Hrsg.), Springer VS, Wiesbaden 2016

Bauteam – ein Weg zum kostengünstigen Wohnungsbau

Zusammen mit der Architektenkammer Baden-Württemberg sowie der Bundesarchitektenkammer hat Klaus Wehrle, Geschäftsführer der RegioWerk GmbH, einen Leitfaden verfasst, der seine Erfahrungen als Architekt und Projektentwickler zusammenfasst. Erhältlich unter www.akbw.de/link/egr.

Weißbuch Stadtgrün

Urbanes Grün ist ein prägendes Element unserer Städte. Es übernimmt vielfältige soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche, ökologische und klimatische Funktionen und leistet damit einen zentralen Beitrag für die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität, der Umweltgerech- tigkeit und Klimaresilienz in den Städten. Das Weißbuch Stadtgrün, erschienen im April 2017, enthält zehn Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen, wie der Bund im Rahmen seiner Zuständigkeiten die Kommunen unterstützen wird, urbane grüne Infra- struktur zu stärken. www.bmub.bund.de/B1140-0

Wohnvielfalt. Gemeinschaftlich wohnen – im Quartier vernetzt und sozial orientiert

In diesem Buch, erschienen im Juni 2017, wird als Ergebnis aus dem Forschungsprojekt, bearbeitet von Prof. Susanne Dürr und Dr. Gerd Kuhn, der Blick auf die unter - schiedlichen Dimensionen der Quartiersvernetzung und Nachbarschaftsbildung gemeinschaftlicher Wohnprojekte gerichtet. Kostenfrei zu bestellen bei der Wüstenrot Stiftung: info@wuestenrot-stiftung.de

Mehr Bauland für bezahlbaren Wohnungsbau. Gute Beispiele kommunaler Boden- und Liegenschaftspolitik

Hrsg: Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V., Dezember 2016, www.deutscher-verband.org > Publikationen > Dokumentationen

Roadmap Bodenpolitik

Nachhaltige Stadtentwicklungspolitik und soziale Wohnungspolitik sind ohne eine aktive und konsistente Bodenpolitik aller administrativen Ebenenlangfristig nicht umsetzbar. Der vhw und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) haben vor dem Hintergrund des weitreichenden Handlungs- und Nachsteuerungsbedarfs – und als Fortsetzung desgemeinsamen wohnungspolitischen Plädoyers von 2016 – einen Kreis unabhängiger Experten zusammengebracht, die sich seit Jahren mit dem Thema Boden beschäftigen. Entstanden ist die Roadmap Bodenpolitik. Diese soll einen Weg zeigen, wie die vielfältigen und nicht länger hinnehmbaren Blockaden in der Bodenpolitik aufgelöst werden können. Roadmap Bodenpolitik. Bodenpolitische Agenda 2020-2030, zu finden unter www.difu.de bzw. www.vhw.de

Dichte Atmosphäre

Angesichts fortschreitenden Landschaftsverbrauchsund wachsender Verkehrsströme wird die Diskussion um das sinnvolle Maß der baulichen Dichte heftig geführt. Bei der Planung fehlten bisher konkrete Werte und Erkenntnisse darüber, welche Formen der Bebauung die angenehmsten Lebensräume schaffen. Dieses Buch untersucht in umfassender Weise die Zusammenhänge zwischen den Ausprägungen baulicher Dichte und daraus entstehendenAtmosphären, Nutzungsverteilungen und deren Wertschätzung. Anhand von 9 Dichtekategorien, die den öffentlichen Raum mit einbeziehen, werden 36 exemplarische Quartiere in Zürich, Wien, München und Berlin vom Stadtrand bis zur Innenstadtfotografisch und in detailliertem Kartenmaterial dokumentiert und ausgewertet.

Eberhard Tröger (Autor), Dietmar Eberle (Hrsg.): „Dichte Atmosphäre: Über die bauliche Dichte und ihre Bedingungen in der mitteleuropäischen Stadt“, Birkhäuser, Basel, 2015

Bodennutzung sozialgerecht + gemeinwohlorientiert

Heft 4_17 der Mitgliederfachzeitschrift für Stadt-, Regional- und Landesplanung PLANERIN. In den Beiträgen dieses Heftes werden Alternativen zur rein privaten Baulandentwicklung aufgezeigt, über gemeinwohlorientierte Nutzungskonzepte bishin zu Überlegungen zu einer sozialgerechteren und gemeinwohlorientierten Bodennutzung. Es wird deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum nur geschaffen werden kann, wenn die Kommunen eine aktive Baulandentwicklung betreiben, einhergehend mit einer kommunalen Liegenschaftspolitik.

Roadmap Bodenpolitik

Nachhaltige Stadtentwicklungspolitik und soziale Wohnungspolitik sind ohne eine aktive und konsistente Bodenpolitik aller administrativen Ebenenlangfristig nicht umsetzbar. Der vhw und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) haben vor dem Hintergrund des weitreichenden Handlungs- und Nachsteuerungsbedarfs – und als Fortsetzung desgemeinsamen wohnungspolitischen Plädoyers von 2016 – einen Kreis unabhängiger Experten zusammengebracht, die sich seit Jahren mit dem Thema Boden beschäftigen. Entstanden ist die Roadmap Bodenpolitik. Diese soll einen Weg zeigen, wie die vielfältigen und nicht länger hinnehmbaren Blockaden in der Bodenpolitik aufgelöst werden können. Roadmap Bodenpolitik. Bodenpolitische Agenda 2020-2030, zu finden unter www.difu.de bzw. www.vhw.de

Dichte Atmosphäre

Angesichts fortschreitenden Landschaftsverbrauchsund wachsender Verkehrsströme wird die Diskussion um das sinnvolle Maß der baulichen Dichte heftig geführt. Bei der Planung fehlten bisher konkrete Werte und Erkenntnisse darüber, welche Formen der Bebauung die angenehmsten Lebensräume schaffen. Dieses Buch untersucht in umfassender Weise die Zusammenhänge zwischen den Ausprägungen baulicher Dichte und daraus entstehendenAtmosphären, Nutzungsverteilungen und deren Wertschätzung. Anhand von 9 Dichtekategorien, die den öffentlichen Raum mit einbeziehen, werden 36 exemplarische Quartiere in Zürich, Wien, München und Berlin vom Stadtrand bis zur Innenstadtfotografisch und in detailliertem Kartenmaterial dokumentiert und ausgewertet.

Eberhard Tröger (Autor), Dietmar Eberle (Hrsg.): „Dichte Atmosphäre: Über die bauliche Dichte und ihre Bedingungen in der mitteleuropäischen Stadt“, Birkhäuser, Basel, 2015

Bodennutzung sozialgerecht + gemeinwohlorientiert

Heft 4_17 der Mitgliederfachzeitschrift für Stadt-, Regional- und Landesplanung PLANERIN. In den Beiträgen dieses Heftes werden Alternativen zur rein privaten Baulandentwicklung aufgezeigt, über gemeinwohlorientierte Nutzungskonzepte bishin zu Überlegungen zu einer sozialgerechteren und gemeinwohlorientierten Bodennutzung. Es wird deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum nur geschaffen werden kann, wenn die Kommunen eine aktive Baulandentwicklung betreiben, einhergehend mit einer kommunalen Liegenschaftspolitik.

Gemeinschaftlich und genossenschaftlich

Derzeit treten verstärkt neue Formen des Wohnens neben das Zusammenleben als Familie, Paar und das Alleinwohnen. Wohnprojekte übernehmen teilweise Funktionen, die einst in Familien organisiert wurden, auf freiwilliger Basis und ohne sozialstaatliche Regularien. Die Gründung von Wohnprojekten und Genossenschaften sind aktuelle Ansätze beim Wohnen, bei denen zudem bauliche und ökologische Innovationen wichtig sind. Vor allem Geselligkeit, Gemeinschaftsbildung und Hilfeleistungen sind prägende Merkmale des gemeinschaftlichen Wohnens. Besonderes Augenmerk wird in der Publikation auf die Rechtsform Genossenschaft gelenkt und Neugründungen im Kontext der langen Tradition von Genossenschaften als dritte Form des Wohnens zwischen Eigentum und Miete diskutiert. Prof. Dr. Annette Spellerberg, „Neue Wohnformen – gemeinschaftlich und genossenschaftlich“, Springer VS, Wiesbaden, 2018

Nach Hause kommen

Was können sozial und ökologisch integrierte Nachbarschaften dazu beitragen, dass unser Leben entspannter, gerechter und vielfältiger wird? Nach Hause kommen heißt Teilen statt Tauschen, Zusammenarbeiten anstelle von Übervorteilen. Die neue Welt der Commons beginnt dort, wo wir wohnen ... Ein kleines 150 Seiten umfassendes Taschenbuch mutet mit seinem Ansatz utopisch an, doch muss man nicht maximal denken, um wenigstens einen kleinen Schritt voranzukommen? Und wenn die Politik dies schon nicht erkennt, dann haben die Menschen in gelebten Nachbarschaften Möglichkeiten, die Welt ein bisschen besser zu machen. Mit den angehängten Checklisten, z.B. wie viel Platz für ein Waschsalon einzuplanen ist, ist das Buch auch sehr pragmatisch. Verein Neustart Schweiz, „Nach Hause kommen. Nachbarschaften als Commons“, Edition Volles Haus, Zürich, 2016

Renaissance der Genossenschaften

Eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Idee von Selbsthilfeorganisationen in Form von Wohngenossenschaften lebt wieder auf. In Zürich hat sie eine besondere Dynamik entwickelt. Wenn auch Beispiele für Sanierungen und Modernisierungen fehlen, bietet das Buch vielfältige Anregungen, die Qualität des Wohnungsbaus zu fördern und zugleich die Kosten einzudämmen. Dominique Boudet (Hrsg.),„Wohngenossenschaften in Zürich. Großstädte und neue Nachbarschaften“, Park Books, Zürich, 2017

Grundrissfibel

450 Wohnungsgrundrisse aus 50 Wettbewerben, die die Stadt Zürich in 13 Jahren durchgeführt hat.‚Copy and paste‘ funktioniert bei den Grundrissen nicht, sie zeigen jedoch, dass es sich lohnt, Raumorganisationen zu hinterfragen oder zumindest weiterzuentwickeln. Amt für Hochbauten der Stadt Zürich (Hrsg.), „Grundrissfibel. 50 Wettbewerbe im gemeinnützigen Wohnungsbau 1999-2012“, Edition Hochparterre, Zürich, 2015

Wohnen ist individuell

Zum Thema existieren zahlreiche Studien über Standards, Entwicklungen und Trends, die die Bedürfnisse von Menschen analysieren und vergleichen. Das DETAIL-Buch zeigt, wie Planerinnen und Planer Ideen entwickeln, die dem Bedürfnis der Menschen nach einem ausgewogenen Maß von individuellem und gemeinschaftlichem Raum, auch hinsichtlich der Freiflächen, entsprechen. Christian Schittich (Hrsg.), wohnen housing best of, Edition DETAIL, München, 2012

Neues Wohnen auf dem Land

Wie wirkt sich der demografische Wandel in ländlichen Regionen auf die Gebäudenutzung und infrastrukturelle Versorgung der Gemeinde aus. Realisierte und geplante Beispiele aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz zeigen Möglichkeiten unterschiedlicher Wohnformen auf dem Land. Eva Wonneberger, Neues Wohnen auf dem Land, Springer VS, 2018

Beschleunigter Wohnungsbau

Im Frühsommer 2018 hat das Wirtschaftsministerium die Broschüre „Beschleunigter Wohnungsbau – Effizienz bei der Baulandgewinnung und im Planverfahren“ herausgegeben. Sie informiert über das Bauplanungsrecht und stellt Instrumente vor, wie die Verfahren effizienter gestaltet oder auch erleichtert werden können. Insbesondere in Hinblick auf eine zukunftsfähige Weiterentwicklung von Städten und Gemeinden und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum möchte das Booklet Gemeinderatsmitglieder und Planerinnen und Planer sowie die interessierte Bürgerschaft informieren.

Wirtschaft macht Wohnen

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnen Mitarbeiterwohnungen zunehmend an Bedeutung. Bereits 2016 haben sechs Verbände eine Handreichung für die gewerbliche Wirtschaft, die Wohnungswirtschaft und lokale Akteure herausgegeben; bearbeitet von der RegioKontext GmbH im Auftrag von BDB, GdW, DGfM, DMB, IG Bau und ZDB. http://www.regiokontext.de/upload/WmW.pdf

Mitarbeiterwohnen

Aufgrund der positiven Resonanz auf die Handreichung „Wirtschaft macht Wohnen“ erschien 2018 die Publikation „Mitarbeiterwohnen. Mehr als ein Instrument aktiver Personalpolitik“ mit gebauten Beispielen sowie ergänzenden Beiträgen. RegioKontextGmbH im Auftrag von BDB, GdW, DGfM, DMB, IG Bau und ZDB; http://www.regiokontext.de/upload/Mitarbeiterwohnen.pdf