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Wohnbestände besser nutzen

200.000 Ein- und Zweifamilienhäuser (kurz: EFH/ZFH) in Baden-Württemberg werden heute nicht mehr von Familien bewohnt, sondern ausschließlich von Senioren über 75 Jahre. So die Berechnungen des Stuttgarter Beratungsbüros Ökonsult.

In die Zukunft gedacht bedeutet das: „Diese für Familien geeigneten Häuser werden im Verlauf der nächsten 15 Jahre frei werden und so lange leer stehen, bis die Erben sie auf den Markt bringen. Das geschieht jedoch derzeit kaum“, sagt Stefan Flaig, Experte für Siedlungsplanung.

Nach aktuellen Untersuchungen in verschiedenen Kommunen stehen derzeit hochgerechnet über 100.000 Ein- und Zweifamilienhäuser im Land leer. Nur ein ganz geringer Teil davon werde zum Kauf oder zur Miete angeboten.

Aufgrund des demografischen Wandels nehmen die Leerstände bei den EFH/ZFH in den nächsten Jahren noch weiter zu. Kommen sämtliche Potenziale im Bestand dann irgendwann auf den Markt, drücken sie den Preis von Ein- und Zweifamilienhäusern vermutlich deutlich nach unten.

Die bisher ungenutzten Bestände haben auch eine hohe Relevanz für die Stadtplanung, reduzieren sie doch den Bedarf an Neubaugebieten mit entsprechenden Wohnhäusern.