Magazin für zeitgemäßes Wohnen

721 000 Hochbetagte

Eine Pyramide ist es schon lange nicht mehr. Unser Altersaufbau gleicht heute eher einem Baum. Die geburtenstarken Jahrgänge prägen ihn und der Stamm – also die Jahrgänge, die danach kommen – ist etwas zu dünn geraten.

Der demografische Wandel wirkt sich in den nächsten 30 bis 40 Jahre in alle Lebensbereiche aus. Auch unser Wohnen ist davon betroffen. Die Gesellschaft bekennt sich zum Ziel „Ambulant vor Stationär“ – das bedeutet konkret, dass auch die Wohnungen entsprechend barrierearm gestaltet sein müssen. Und die allermeisten Wohnungen, in denen die geburtenstarken Jahrgänge alt werden, sind heute bereits gebaut.

Daraus folgt, dass wir nicht mehr alleine den Neubau, sondern vielmehr auch die Umgestaltung des Bestandes in den Blick nehmen müssen. Und zwar sowohl im Eigentum der Bewohnerinnen und Bewohner wie auch im Mietwohnungsbereich. Rund die Hälfte der Baby-Boomer lebt heute in Miete. Eine Bestandswohnung, auch wenn sie umgestaltet werden muss, ist zudem wesentlich günstiger als ein Neubau – gleichgültig, ob er nun gefördert wird. Wir müssen auch die Menschen im Blick behalten, die sich vor allem im Alter nur eine bescheidene Miete leisten können.

Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg