Magazin für zeitgemäßes Wohnen

42,6 % der Bevölkerung sind alleinstehend

Laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg waren 2015 42,6 Prozent der Bevölkerung Baden-Württembergs alleinstehend. Zehn Jahre zuvor waren es nur 37,6 Prozent. Ein Trend mit steigender Tendenz.

Dies sind Ergebnisse des Mikrozensus nach dem Lebensformenkonzept. Alleinstehende sind nach Mikrozensus ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene oder verwitwete Personen, die in einem Ein- oder Mehrpersonenhaushalt ohne Lebenspartner/in und ohne ledige Kinder leben. Dabei wohnen nicht alle Alleinstehenden in einem Einpersonenhaushalt. Zu einem gemeinsamen Haushalt werden Personen im Mikrozensus jedoch nur gezählt, wenn sie nicht nur gemeinsam leben, sondern auch gemeinsam wirtschaften. Im Jahr 2015 machten Einpersonenhaushalte 39,2 Prozent der Haushalte aus. Im Jahr 2005 waren es nur 35,7 Prozent. Auch hier gab es also einen Anstieg, wenn auch nicht so deutlich wie bei den Alleinstehenden. Der Mikrozensus ist die größte amtliche Haushaltsbefragung bei einem Prozent der Bevölkerung in Deutschland; ab dem Erhebungsjahr 2011 werden die Ergebnisse des Mikrozensus anhand der vorläufigen Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 hochgerechnet. Gemäß dem Report „Lebensformen und Alltagsrealitäten von Familien“, 2016 herausgegeben vom Ministerium für Soziales und Integration, „ist seit 1980 der Anteil der Ehepaare an allen Lebensformen mitledigen Kindern im Haushalt in Baden-Württemberg kontinuierlich zurückgegangen, der Anteil der nicht ehelichen Paare und der Einelternfamilien ist dagegen angestiegen.“ In 2010 stand 36 Prozent der Alleinerziehenden ein Familieneinkommen von weniger als 1.300 Euro monatlich zur Verfügung; knapp die Hälfte der Alleinstehenden musste in dem Jahr ebenfalls mit dieser Summe über die Runden kommen. Kleinere, dafür bezahlbare Wohnungen werden benötigt, dann aber auch Flächen zur Begegnung und für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Nachbarschaft als Mehrwert

Die Lebensformen sind also seit einiger Zeit belegbar im Wandel und wirken sich auf den Bedarf an Wohnraum und die Gestaltung von Quartieren aus. Die Menschen leben zunehmend individueller und oftmals allein. Eine intakte und funktionierende Nachbarschaft wirkt sich daher nicht nur auf den monetären Wert einer Immobilie aus, vielmehr wirkt sie positiv auf die Menschen: Sie fördert das Miteinander und stärkt somit auch die Identität mit einem Quartier.