Magazin für zeitgemäßes Wohnen
 

„Jetzt für morgen“

Der 160 Seiten starke Koalitionsvertrag zwischen Grünen und CDU ist besiegelt. Der Koalitionsvertrag steht nicht nur unter Haushaltsvorbehalt, er steht auch unter Klimavorbehalt: Alle Förderprogramme sollen einem Klimacheck unterzogen werden. Eine „umfassende Bauwende“ soll eingeleitet werden unter anderem durch ein CO₂-Budget fürs Land, Dachflächen- und Fassaden-PV auf landeseigenen Gebäuden, PV-Pflicht (Solarthermie) auch für grundlegende Dachsanierungen, Förderprogramme für Solar-Parkplätze im Bestand, für Stadtbäume, barrierefreies Bauen, Flächensparen, Innenverdichtung etc.

„Wir sind zufrieden mit den Inhalten des Koalitionsvertrages. Insbesondere die Schaffung eines eigenen Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen, aber auch der Strategiedialog sind starke Symbole, die die Relevanz des Themenbereichs Wohnen und Bauen abbilden.“

Markus Müller, AKBW-Präsident

Jetzt müsse man sich genau anschauen, was wie auf welcher Zeitschiene umgesetzt wird. Die AKBW wird die den Berufsstand betreffenden Passagen eingehend analysieren und sich als Ratgeber anbieten.

Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen bildet Zukunftsthema ab

Nach Überzeugung der Interessenvertretung der Planerinnen und Planer bietet das neu geschaffene Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen die Voraussetzungen, den im Koalitionsvertrag verankerten Querschnitt Klimaschutz in den Gebäudesektor zu übersetzen. Positiv zu bewerten sei, nicht nur die Aufgabenbereiche Bauwesen, Wohnen und Raumordnung vom Wirtschaftsministerium auf das neue Ressort zu übertragen, sondern auch die Zuständigkeit für Bautechnik aus dem Umweltministerium.

„Durch das neue Ministerium wird der Komplex Bauen und Wohnen als wichtiges Zukunftsthema abgebildet. Die Architektenkammer Baden-Württemberg gratuliert insbesondere Ministerin Nicole Razavi und Staatssekretärin Andrea Lindlohr herzlich zur Benennung und freut sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.“ 

Hans Dieterle, AKBW-Hauptgeschäftsführer

Grundsätzlich wären die Bereiche Holzbau oder Gebäudeenergieeffizienz ebenfalls geeignet, als Zuständigkeiten dem neuen Ressort zugeschlagen zu werden. Sie sind derzeit im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bzw. dem Umweltressort angesiedelt. Der Bau- und Planungssektor berührt jedoch weitere zahlreiche Regelungsbereiche. So ressortiert BIM (Building Information Modeling – vernetzte Planung) im Innenministerium oder die Quartiersentwicklung im Sozialministerium.

„Wenn es auch wünschenswert wäre, alles in einem Ministerium zu bündeln – entscheidend ist, dass Instrumente wie der neue Strategiedialog Wohnen das Denken in Ressorts überwinden, und neue kooperative Prozesse zu entwerfen“, so Hans Dieterle. Die Architektenkammer appelliert an das Land, über sein Amt „Vermögen und Bau“ eine Vorbildfunktion für die Implementierung der klimapolitischen Zielsetzungen im Bausektor zu übernehmen.


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