Magazin für zeitgemäßes Wohnen
 Quelle: Steimle Architekten GmbH

Pforzheim: Privat wohnen und gemeinsam leben

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit 15 Teilnehmern

Auslober: STADTBAU GmbH PFORZHEIM und die Baugenossenschaft Arlinger eG

1. Preis: Steimle Architekten GmbH, Stuttgart, und Planstatt Senner, Überlingen/Stuttgart/München

Die Stadtbau GmbH Pforzheim und die Baugenossenschaft Arlinger e.G. beabsichtigen auf dem Areal Kallhardtstraße, das derzeit noch als Parkplatz genutzt wird, eine zukunftsweisende Bebauung zu realisieren, die exemplarisch das Wohnen der zeitgenössischen städtischen Bevölkerung auslotet. Auf dem Areal werden verschiedene, teilweise ganz neue Wohnformen (z. B. sind 20 Prozent als Clusterwohnungen vorgesehen), auch Wohnformen für Familien, nebeneinander Platz finden – und das zu günstigen Konditionen. Zentral ist eine Verbindung von ökologischen, sozialen und architektonischen Zielen. Die Bebauung soll auch quartiersbezogene Angebote beinhalten, die zu einer lebendigen Erdgeschosszone beitragen.

 „Der Entwurf geht verantwortungsbewusst auf die komplexen Rahmenbedingungen ein, stellt einen historischen Bezug her, erfüllt die Anforderungen an einen zukunftsweisenden Wohnungsmix und einen qualitätvollen Städtebau, der auch eine Kindertagesstätte einschließt, in ganz hervorragender Weise und erzeugt damit in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert für das ganze Kallhardtstraßenareal.“

Oliver Lamprecht, technischer Geschäftsführer der Stadtbau Pforzheim

Wohnen in Pforzheim: gemeinschaftlich oder in der Familie, in jedem Fall modern und in rationeller Holzbauweise – geplant in der Kallhardtstraße

Der Wettbewerb: In dem städtebaulichen Entwurf sollten Konzepte für das gemeinschaftliche Wohnen, die Quartiersinfrastruktur, und das Zusammenspiel dieser Nutzungen untereinander und deren Verzahnung mit dem Freiraum und dem umliegenden Quartier dargestellt werden. Eine entscheidende Rolle spielte hierbei das Freiraumkonzept, das die Gebäudeteile bzw. Struktur zu einem Ganzen zusammenzufassen vermag.

Die Auslober sahen im Wettbewerb unter Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten die große Chance, sich als ein zukunftsorientiertes Quartier in einer Tradition gebauter Mustersiedlungen der Moderne wiederzufinden. Gewonnen haben den auf 15 teilnehmende Teams beschränkten WettbewerbSteimle Architekten GmbH, Stuttgart, mit der Planstatt Senner, Überlingen/Stuttgart/München.

„Die vorgeschlagene intelligente Baustruktur und -konstruktion lässt bei hoher Wohnqualität, auch im Angesicht explodierender Baupreise und knapper bauwirtschaftlicher Ressourcen in einem angespannten Markt, eine realistische und wirtschaftliche Umsetzung erwarten.“

Carsten von Zepelin, Vorsitzender des Vorstands der Arlinger Baugenossenschaft

„Beispielhaftes lichtdurchflutetes Wohnen im Grünen mit Panoramablick auf den Stadtgarten ist hier die Maxime. Analog zur historischen Kettenmaschinenfabrik konzentriert sich der Entwurf durch die Abrückung der Gebäude von der Straße auf die direkte Lage am Metzelgraben und ermöglicht somit allen Wohnungen eine optimale Besonnung jeweils in mindestens 2 Richtungen und vielfältige Sichtachsen.

 

Der Straßenraum wird somit entlastet und das angrenzende westliche Wohnquartier durch die Freiflächengestaltung mit dem Quartiersplatz deutlich aufgewertet. Die Laubengänge mit ihren Lufträumen und Nischen fungieren wie eine halb-öffentliche innere Straße, die alle öffentlichen Nutzungen erschließt und über die Aufzüge und Treppen zu den Wohnungen führt.

 

Anknüpfend an die jahrhundertealte Flössertradition der 3-Flüsse Stadt Pforzheim haben wir uns im oberirdischen Bereich für eine rationale Holzbauweise entschieden.“

Christine Steimle, Dipl.-Ing. Architektin, Steimle Architekten GmbH

Aus der Jurybegründung

Der Entwurf zeichnet sich durch eine klare „eigenständige“ Struktur aus, die sowohl in der Gebäudekörnung als auch in der Gliederung und Höhenentwicklung differenziert auf das umgebende Quartier eingeht und Potenziale freispielt. Durch die Setzung der linear angeordneten Baukörper im östlichen Grundstücksbereich entsteht eine großzügige, langgestreckte Freiraumzone, die zwar dem Neubau zugeordnet ist, bewusst aber auch dem Quartier insgesamt zugutekommt.


Die Architektenkammer Baden-Württemberg berät bei allen Fragen zu Vergabe und Wettbewerb. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner finden Sie hier.